DIE PÉTER BORNEMISZA GESELLSCHAFT
Bildungswerk des Ungarischen Seelsorgendienstes der
Evangelischen Kirche A.B. in Österreich
Zur "Pflege des kulturellen Lebens", zur "Vertiefung und Verbreitung des ungarischen Kulturgutes im Geiste des ungarischen lutherischen Bischofs Péter Bornemisza (1535-1584), der im Jahre 1557 in Wien studierte und auf dem Gebiete der Literatur eine bedeutende Tätigkeit entfaltete", wurde die "Peter Bornemisza Gesellschaft / Bornemisza Péter Társaság" am 20 März 1960 in Wien gegründet.
Univ. Prof. MMag. István
Szépfalusi und Dipl. Dolmetscher Mag. Martha Szépfalusi-Wanner
![]() (1932-2000) |
![]() (1935-2004) |
III.) Zur Person Péter Bornemisza
Der Humanist und Reformator bürgerlicher Abstammung übersetzte während seiner Studienzeit in Wien, ermuntert durch seinen "hochverehrten und überaus gebildeten Meister Georg Tanner, Professor der griechischen Sprache an der im ganzen Deutschen Lande berühmten ersten Wiener Hochschule", die Elektra des Sophokles in die ungarische Sprache (erschienen 1558) für die "in Wien studierenden ungarischen adeligen Herren und seine Kommilitonen". Infolge seiner vielseitigen Aktivität wiederholt denunziert, verbrachte er ab 23 Februar 1579 drei Wochen in drei Wiener Gefängnissen. In Nord-Ungarn wirkte er als Erzieher, Prediger, Verleger, Buchdrucker und Superintendent in einer Person.

Immatrikulationseintragung (Universität
Wien, 1557-04-14 - 10-13) nach
humanistischer Gepflogenheit in lateinischer Übersetzung seines Namens.
(Literaturgeschichtliche Mitteilungen, Budapest, 1965/4, 469).

Bornemiszas Predigtband, das bis
dahin erschienene umfangreichste Werk in ungarischer Sprache (6 + 1446 Seiten).
25 März 1584.

"Elektra" des Sophokles
- eine Übersetzung Péter Bornemiszas
Die in Wien erstellte Übersetzung wurde aus Anlaß des 35jährigen Bestehens der Gesellschaft vom ungarischen Ensemble des Nationaltheaters Neumarkt/Marosvásárhely (Teatrul National, Targu-Mures), Rumänien, am 6 Mai 1995 in der Evangelischen Auferstehungskirche (1070 Wien, Lindengasse 44) aufgeführt.
Der Bestand des Vereines wurde nach Inhalt der vorgelegten Statuten vom Bundesministerium für Inneres der Republik Österreich unter der Zahl 85.323-4/60 am 1960-05-27 erstmals bestätigt, und nach Inhalt der vorgelegten Statuten gemäß § 9 des Vereingesetzes 1951, BGBl.Nr. 233, in der derzeit geltenden Fassung, wurde der Bestand des Vereines unter der Zahl 85.454-22/66 am 1966-05-04 bescheinigt.
Derzeitiger Präsident
des Vereines:
Dr. Miklós Bartók, Arzt, 2333 Leopoldsdorf bei Wien (N)
Die unter der Leitung von Dr. Miklós Bartók (Niederösterreich), wirkende österreichische Gesellschaft widmet ihre Tätigkeit ausschließlich der monatlichen Durchführung von öffentlichen literarischen und kulturellen Veranstaltungen (Vorträge, vornehmlich Dichterlesungen). Solche fanden bisher in Bolzano/Bozen, Graz (Cafe Thalia), Innsbruck (Haus der Begegnung), Kufstein-Walchsee, Oberpullendorf / Felsopulya, Salzburg (Hotel Pitter, Schloß Mirabell), Siget in der Wart / Orisziget, St. Georgen am Längsee und Wien (Palais Pálffy) statt, jeweils angekündigt in den Zeitungen "Die Presse", "Kurier", "Südost-Tagespost", "Neue Zeit", "Kleine Zeitung", "Salzburger Nachrichten", "Tiroler Tageszeitung", sowie in der Wiener ungarischen Zeitung "Magyar Hiradó".
Als die Bundesregierung im Sinne des Volksgruppengesetzes, BGBL. Nr. 396/1976, 1992-06-17 die Anerkennung der ungarischen Volksgruppe auch auf Wien, somit auch auf das frühere Bundesland Niederösterreich, erstreckt hatte, erhielt die Péter Bornemisza Gesellschaft vom Österreichischen Bundeskanzleramt u.a. für seine Festschrift eine Subvention. Fast in gleicher Größenordnung unterstützte das Ungarische Ministerium für Unterricht und Bildung (Budapest) die Jubiläumsveröffentlichung.
VII.) Die Péter Bornemisza
Gesellschaft
und die ungarische Volksgruppenarbeit in Österreich
1. (Die Péter Bornemisza Gesellschaft und der ungarische Volksgruppenbeirat in Österreich.) Im Sommer 1992 hat die österreichische Bundesregierung den ungarischen Volksgruppenbeirat auf den Raum Wien erstreckt. Daher haben wir, in Anerkennung der Tätigkeit der Péter Bornemisza Gesellschaft, im Unterstützungsfonds Aufnahme gefunden. Für uns war dies eine zusätzliche Ermunterung, in Österreich weiterhin auf höchstem Niveau ungarische Volksgruppenarbeit zu leisten. Die Forderung an uns selbst lautet: nur so darf man, wir dürfen es nur so tun.
2. (Die Péter Bornemisza Gesellschaft und das ungarische Gemeinwesen in Österreich.) Es ist unsere Überzeugung, daß in Österreich die Vielfalt an ungarischen Gruppierungen -- in erster Linie in der Vergangenheit, aber auch gegenwärtig-- ihre Existenzberechtigung und Rolle hatte und noch immer hat. Wir sind der Ansicht, daß in einer pluralistischen Gesellschaft jede Gruppierung, die extremistischen ausgeschlossen, über die Legitimität hinaus, von Nutzen ist; indes was uns betrifft, so können wir unseren Dienst - und weiterhin nicht die Vertretung! -- am gesamten Ungarntum, wie bisher, nicht in Vereinen oder in Vereinsbänden vorstellen. Vor einem Jahr formulierten wir die Forderung an uns selbst wie folgt: Suchen wir das allgemeine, und nicht nur das Vereinsbezogene, fördern wir das Gemeinsame, und nicht nur das eigene, suchen wir das Landesweite und nicht nur das Bundeslands- oder Ortsbezogene.
Die Peter Bornemisza Gesellschaft ist kein Club... , sie bietet jedoch unbegrenzt Möglichkeiten, sie zu unterstützen, Ideen einzubringen und mit ihr zusammenzuarbeiten.
3. (Die Péter Bornemisza Gesellschaft ist ein ungarischer Literarischer Kreis in Österreich.) "Wenn ich jetzt die Geschäfte der Péter Bornemisza Gesellschaft an einen Arbeitsausschuß abtrete, möchte ich festhalten: Zu keiner ungarischen Gruppierung in Österreich haben wir ungeregelte Beziehungen, und solche können wir - meiner Meinung nach - auch nicht haben. Als Folge des gegebenen ungarischen Pluralismus in Österreich wirkt die Péter Bornemisza Gesellschaft - einer fast vor dreißig Jahren seitens des ungarischen Dichterfürsten Gyula Illyes ausgesprochenen Ermunterung Rechnung tragend -- als Ungarischer Literarischer Kreis in Österreich. Und dies im jeweiligen breitesten Spektrum des Literaturgeschehens.
Natürlich bedeutet
dies nicht, daß wir uns "außerhalb" der ungarischen Nationalitäten-
oder Volksgruppenpolitik stellen, doch ist es unsere Überzeugung, daß diese
Aktivität primär nicht von uns zu leisten ist. Daher gibt es bezüglich unserer
Tätigkeit im Rahmen der Volksgruppenarbeit keine Gegensätze, es kann sie gar
nicht geben."
(Zitat von István Szépfalusi, Rede am 5. Dezember 1993.)
1. Informationsdienst: in den Jahren 1960/61 Mitgliederrundschreiben (1960: 4 Nummern), 1975-03-15 - 1982-05-05 eigenes Mitteilungsblatt (Bécsi Posta /Wiener Post: 69 Nummern), ab Anerkennung als Bildungswerk seitens des Ungarischen Seelsorgedienstes 1982 (Sitzung in Graz am 04-24) erscheint das Mitteilungsblatt des Ungarischen Seelsorgedienstes (Másokért Együtt /Gemeinsam für andere -- bisher über 780 Nummern) "in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk Péter Bomemisza Gesellschaft'". Nach Anerkennung Mitgliedschaft in der AEB W.
2. Regelmäßig: 17:30 Uhr Lesung in Wien (7., Lindengasse 44, Vortragssaal, oder im Hauptsitz des Vereines: 6. Wien, Capistrangasse 2/15 ). Fallweise: andere Orte.
3. Großveranstaltungen
seit 1987 siehe "wichtige Ereignisse".
Veranstaltungsorte (1960-2004)
B: Eisenstadt (2 Orte), Oberpullendorf, Siget; K: Klagenfurt, Spirtal, St. u.
Georgen am Langsee; N: Mönichkirchen; O: Linz (2 Orte), Steyr, S: Fuschl, Salzburg
(außer kirchlichen Lokalitäten: Hotel Österreicherhof, Hotel Meran, Hotel Pitter,
Künstlerhaus, Leselampe, Palais Residenz, Schloß Mirabell, Trackl-Haus, Villa
Schmederer); St: Graz (außer kirchlichen Lokalitäten: Cafe" Thalia, Kath.
Studentenheim, Universität), Kapfenberg; T: Innsbruck (2 Orte), Kufstein, Walchsee;
V: Bregenz (2 Orte), Damüls; W: (außer kirchlichen und eigenen Lokalitäten:
Alte Schmiede, Galerie in der Blutgasse, Palais Pälffy, Palais Trautson, Presseclub
Concordia, Ungarische Botschaft /Marmor-Saal).
Veranstaltungen auch in Deutschland, Italien, Kroatien, Rumänien (mehrere Orte), Schweiz (mehrere Orte), Slowenien und Ungarn (mehrere Orte).
IX.) Wichtige Ereignisse - Erfolge
Erste Großveranstaltung:
September 1987. Nachmittagsprogramm nach dem Festgottesdienst 25 Jahre Ungarischer
Seelsorgedienst.
Festredner bzw. Musiker: Vizebürgermeister Dr. Erhard Busek, Univ.Prof. Mihály
Czine (Budapest), Opern-sänger Lajos Kónya (Graz), Balladensänger Prof. Tamás
Kobzos-Kiss (Szigetmonostor).
Ausspeisung: 600 Mittagessen. Teilnehmerzahl beim kulturellen Festakt: 500.
Veranstaltungsort: Lindengasse 44 (Kirche).
Ungarisches Nationaltheater
(Budapest) in Wien 1993 (2
mal), 1995 (1 mal).
Teilnehmerzahl: zwischen 350 und 700.
Veranstaltungsort: Lindengasse 44 (Kirche). Anschließend jeweils Empfang mit
Abendessen für 150 Personen (Schauspieler, technisches Personal und Organisationsausschuß)
in den Vereinslokalitäten (jeweils Pfarrwohnung inbegriffen).
56. P.E.N.-Weltkongress
1991 in Wien
Literarischer Galaabend mit den ungarischsprachigen Kongressteilnehmern.
Teilnehmerzahl: 300.
Veranstaltungsort: Lindengasse 44 (Kirche). Während der ganzen Woche: "Literarisches
Kaffeehaus" in den Vereinslokalitäten mit "Ausspeisung" (47 Mittagessen
im Schnitt). Empfang für ungarische Teilnehmer des Weltkongresses und Quartiergeber
in den Vereinslokalitäten: 120 Personen.
30-Jahr-Jubiläum
1990. In Wien, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg, Siget und Unterwart.
Mit 105 Gästen aus Rumänien (Literaten, Kunstschaffende, Wissenschaftler). Ungarischer
Galaabend in Wien, Lindengasse 44 (Kirche). Teilnehmerzahl: 450.
Deutschsprachiger Galaabend in Wien, Palais Trautson, für geladene Gäste
(150 Personen).
Festvortrag: Dr. Erhard Busek, danach Abendessen im Rahmen eines Empfanges von
Bürgermeister Dr. Helmut Zilk (Wappensaal des Wiener Rathaus, für 280 Personen).
.
35-Jahr-Jubiläum
1995. In Wien, Graz und Linz. Das Ungarisches Ensemble des Nationaltheaters
(Tg.Mures/Neumarkt, Siebenbürgen, Rumänien) führte die sog. Ungarische
"Elektra" von Peter Bornemisza auf.
Veranstaltungsort: Lindengasse 44 (Kirche).
Teilnehmerzahl: 390.
Anschließend Empfang mit Büffet. Galaabend im Palais Pálffy, 1995. Präsentation
des Jubiläumsalbums (Találkozások Európával/Begegnungen mit Europa/ 1960-1995.)
Vorträge: Prof.Dr. Alexander Giese, Dr. Miklós Hubay (Budapest) und Zsolt Gálfalvi
(Bukarest), Präsidenten des Österreichischen, des Ungarischen P.E.N-Clubs, sowie
des Ungarischen P.E.N.-Zentrums in Rumänien. Begrüssungen: Dr. Erhard Busek
und der persönliche Vertreter des ungarischen Unterrichtsministers. Teilnehmerzahl:
190. Anschließend Rathaus-Empfang im Rathauskeller. Jubiläumsgottesdienst,
1995 mit Künstlerbeteiligung und mit TV-Aufzeichnung des Ungarischen Fernsehens
aus der Wiener Augustinerkirche, in welcher seinerzeit (1557-1558) Péter Bornemisza
bei den Predigten des Hofpredigers Sebastian Pfauser nachweislich des öfteren
zugegen war. Teilnehmerzahl: 190.
Die PBG hat seit 1962 an die 350 Schriftsteller und Kunstschaffende aus dem ungarischen Sprachraum und aus dem Westen nach Österreich eingeladen, von denen rund 150 bis 1989 in Rumänien gelebt haben.
Die Peter Bornemisza Gesellschaft wurde 1996-03-21 vom Ungarischen Schriftstellerverband, Budapest, als österreichische Regionalorganisation anerkannt. Die PBG übt diese Aktivität in einem, unter ihrer Patronanz gegründeten freien Arbeitsausschuß aus, zur Mitwirkung in welchem die in Österreich lebenden ungarischen Mitglieder des österreichischen P.E.N.-Klubs und des Ungarischen Schriftstellerverbandes eingeladen wurden. Zu diesem Literatenkreis werden noch am Literaturleben interessierten Künstler und Wissenschaftler sowie Übersetzer literarischer Texte eingebunden.